Ratgeber

Pour-Over-Setup: Handfilter, Mühle, Waage und Wasser in drei Stufen

Was du für guten Handfilterkaffee brauchst, hängt davon ab, wie weit du gehen willst. Drei Stufen, jede mit einer klaren Aufgabe, und am Ende das Rezept, mit dem wir selbst brühen.

Welche Ausrüstung braucht man für guten Handfilterkaffee?

Für guten Handfilterkaffee brauchst du weniger, als viele Ausrüstungslisten nahelegen. Am Anfang stehen ein Handfilter, der die Temperatur hält, passende Papierfilter, frisch gemahlener Kaffee und eine Waage mit 1 g Auflösung. Damit gelingt bereits eine klare, süße Tasse. Der größte nächste Schritt ist eine Handmühle mit gleichmäßigem Mahlbild, denn unterschiedlich große Partikel extrahieren unterschiedlich schnell und machen den Kaffee zugleich sauer und bitter. Eine Kaffeewaage mit 0,1 g Auflösung und Timer macht jedes Rezept wiederholbar. Wer danach weiter optimieren will, kontrolliert das Brühwasser mit Mineralkonzentraten und misst die Extraktion mit einem Refraktometer. Diese Seite ordnet die Ausrüstung in drei Stufen, nennt für jede Stufe, welche Variable sie kontrolliert, und endet mit unserem Hausrezept: 15 g Kaffee, 250 g Wasser bei 93 °C, 25 Klicks an der Comandante C40 und Sibarist Fast Cone.

Stufe 1

Einstieg: Dripper und Filter

Der Graycano Dripper besteht aus rund 250 g Gussaluminium. Das Material speichert Wärme und gibt sie an das Kaffeebett zurück, die Lava-Rippen führen das Wasser gleichmäßig durch den Kaffee. Dazu passt der Filter GC01 aus japanischem Holzzellstoff, abgestimmt auf die Rippengeometrie.

Für den Anfang reicht eine Küchenwaage mit 1 g Auflösung und frisch gemahlener Kaffee vom Röster oder eine Mühle, die du schon hast.

Graycano Graycano Dripper

Rund 250 g Gussaluminium halten das Kaffeebett warm, die Lava-Rippen sorgen für gleichmäßigen Durchfluss.

65 € bis 75 €
Graycano Filter GC01

Japanischer Holzzellstoff mit mittlerer bis langsamer Durchlaufzeit, abgestimmt auf die Rippen des Graycano Dripper.

14 €
Stufe 2

Wiederholbar: Mühle, Waage, schnelles Papier

Eine gleichmäßig mahlende Handmühle ist die größte Einzelverbesserung. Die Comandante C40 ist die Referenzmühle unseres Brew Lab, alle Klickangaben dort beziehen sich auf sie. Die Acaia Pearl misst auf 0,1 g genau, hat einen Timer und zeigt beim Aufgießen die Durchflussrate. Das Sibarist Fast Cone läuft schneller durch als das GC01 und erlaubt dadurch einen feineren Mahlgrad.

Wer bereits eine 1Zpresso, Timemore, Kingrinder, Baratza oder Fellow besitzt, kann sie behalten: Der Brew Lab rechnet die Klicks dieser Mühlen um.

Comandante C40 Nitro Blade

Nitro Blade Mahlwerk für ein gleichmäßiges Mahlbild. Das Hausrezept steht auf 25 Klicks, der Brew Lab rechnet auf dieser Skala.

299 €
Acaia Pearl - Pitch Black

Misst auf 0,1 g genau, mit Timer und Durchflussanzeige. So triffst du jeden Aufguss des Rezepts.

192 €
Graycano Filter Fast Cone

Läuft schneller durch als das GC01 und erlaubt dadurch einen feineren Mahlgrad. Das Papier unseres Hausrezepts.

45 €
Stufe 3

Messen und optimieren: Wasser und TDS

Wasser ist der größte Bestandteil jeder Tasse, seine Mineralien bestimmen mit, was aus dem Kaffee gelöst wird. Mit APAX LAB mischst du dein Brühwasser selbst: Das Box Set enthält die drei Konzentrate TONIK, JAMM und LYLAC, KONFLUX ist ein einzelnes Konzentrat für mehr Körper und Süße.

Der DiFluid R2 Extract misst den TDS-Wert deiner Tasse. Den Messwert trägst du im Brew Lab ein und siehst, wie nah die Berechnung an deiner Tasse liegt.

APAX LAB APAX LAB Box Set

Drei Mineralkonzentrate zu je 100 ml für selbst gemischtes Brühwasser, ca. 150 Brühungen pro Flasche.

90 €
APAX LAB KONFLUX

Ein einzelnes Konzentrat für mehr Körper, Süße und Textur. Der einfachste Einstieg in eigenes Brühwasser.

32 €
DiFluid DiFluid R2 Extract

Refraktometer für den TDS-Wert. Mit dem Messwert prüfst du im Brew Lab, ob die Extraktion stimmt.

225 €

Die drei Stufen im Vergleich

Was jede Stufe dazubringt und welche Variable sie kontrolliert
StufeKommt dazuKontrolliertFür wen
1 EinstiegGraycano Dripper, Filter GC01Temperatur und Durchfluss im DripperAlle, die mit dem Handfilter anfangen
2 WiederholbarComandante C40, Acaia Pearl, Sibarist Fast ConeMahlgrad, Dosis, AufgusstempoWer jeden Morgen dieselbe gute Tasse will
3 Messen und optimierenAPAX LAB, DiFluid R2 ExtractMineralien im Wasser, ExtraktionWer Kaffees vergleicht und gezielt einstellt
Graycano Hausrezept

15 g, 250 g, 93 °C, 25 Klicks

Kaffee
15 g
Wasser
250 g
Verhältnis
1:16,7
Temperatur
93 °C
Mahlgrad
25 Klicks C40
Filter
Sibarist Fast Cone
  1. 0:00 bis 0:3040 gBloom: Kaffee gleichmäßig benetzen und ausgasen lassen.
  2. 0:30 bis 1:0070 gZweiter Aufguss, Summe 110 g.
  3. 1:00 bis 1:3070 gDritter Aufguss, Summe 180 g.
  4. 1:30 bis 2:0070 gVierter Aufguss, Summe 250 g. Bei 2:00 ist alles Wasser im Dripper.

Wasser: gefiltert oder mit einem APAX-LAB-Konzentrat nach Wahl. Andere Mühle? Im Brew Lab rechnest du die 25 Klicks auf deine Mühle um und justierst nach Geschmack.

Häufige Fragen

Nein, nicht für den Anfang. Frisch gemahlener Kaffee vom Röster ergibt mit dem Dripper bereits eine gute Tasse, wenn du ihn innerhalb weniger Tage aufbrauchst. Eine hochwertige Handmühle lohnt sich, sobald du Kaffees vergleichen oder ein Rezept gezielt einstellen willst. Dann bestimmt der Mahlgrad mehr über den Geschmack als jedes andere Werkzeug. Eine vorhandene Mühle von 1Zpresso, Timemore, Kingrinder, Baratza oder Fellow kannst du weiter nutzen, der Brew Lab rechnet ihre Klicks um.

Für den Anfang ja, wenn sie auf 1 g genau misst und schnell reagiert. Bei 15 g Kaffee entspricht ein Gramm Abweichung schon fast 7 Prozent der Dosis. Eine Kaffeewaage wie die Acaia Pearl misst auf 0,1 g, hat einen Timer und zeigt die Durchflussrate. Damit triffst du die Zeitpunkte und Mengen eines Rezepts wie unseres Hausrezepts verlässlich.

Wasser macht den größten Teil jeder Tasse aus, und sein Mineralgehalt beeinflusst, welche Aromen gelöst werden. Gefiltertes Wasser ist ein guter Anfang. Mit Mineralkonzentraten wie denen von APAX LAB mischst du dein Wasser auf einer weichen Basis selbst und kannst es gezielt verändern. Das lohnt sich vor allem, wenn du helle Röstungen brühst oder Kaffees miteinander vergleichen willst.

Für gute Tassen nicht. Ein Refraktometer wie der DiFluid R2 Extract misst den TDS-Wert, aus dem sich mit Getränkegewicht und Kaffeemenge die Extraktionsausbeute berechnet. Ihr Zielbereich liegt bei 18 bis 22 Prozent. Das hilft, wenn du verstehen willst, warum eine Tasse sauer oder bitter schmeckt, und wenn du eine gute Tasse genau wiederfinden willst. Im Brew Lab kannst du den Messwert eintragen.

Die Dripper-Seite nennt 15 g Kaffee auf 225 ml Wasser bei 94 bis 96 °C, also ein Verhältnis von 1:15, als allgemeinen Startpunkt für jedes Papier und jede Mühle. Das Hausrezept auf dieser Seite ist die Variante unseres Teams mit Sibarist Fast Cone und Comandante C40: etwas mehr Wasser, 93 °C und vier Aufgüsse bis 2:00. Beide funktionieren, starte mit dem, das zu deiner Ausrüstung passt.

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